/ Verfahren im Detail

Wie unsere Verfahren arbeiten.

Kein Verfahren kann alles, und keines passt zu jedem Bauteil. Hier steht zu jedem, wie es arbeitet, wo seine Grenzen liegen und wofür es sich lohnt, dazu die technischen Daten zum Auslegen: Bauteilgröße, Schichthöhe, Toleranz und Werkstoffe. Einige Verfahren laufen bei uns im Haus, die übrigen über unseren Fertigungspartner, und das steht an jedem dabei, weil es Lieferzeit und Preis verändert.

Fünf zylindrische Musterteile nebeneinander: geschichtetes Schwarz, mattes Weiß, durchscheinendes Beige, körniges Grau und gesintertes Metall
/ Im Vergleich

Additive Fertigung ist ein Werkzeug, nicht automatisch die Lösung.

Wir vergleichen und beurteilen Ihr Anliegen und ermitteln, was technisch und wirtschaftlich am besten zu Ihnen passt.

Winkelkonsole aus Aluminium gefräst, mit Lagerauge und angefasten Kanten, Späne danebenSubtraktiv

CNC-Fertigung

Präzise und materialintensiv. Stark bei Metallen, geraden Konturen und größeren Stückzahlen.

Unser SchwerpunktDieselbe Winkelkonsole aus grauem Kunststoff gedruckt, waagerechte Schichtlinien rundum, die Rippe als offenes Gitter3D-Druck

Additive Fertigung

Schichtweise und werkzeuglos. Stark bei komplexen Geometrien, kleinen Stückzahlen und leichten Bauteilen.

Dieselbe gedruckte Winkelkonsole, im Lagerauge ein eingepresstes Kugellager, in den Befestigungspunkten Messing-GewindeeinsätzeKombiniert

Hybride Lösung

Additiv vorgefertigt, mechanisch nachbearbeitet. Wenn erst beide Verfahren zusammen das beste Ergebnis liefern.

FDM-Bauteil mit deutlich sichtbaren, gestapelten Schichtlinien

Fused Deposition Modeling (FDM)

Ein Kunststofffaden wird aufgeschmolzen und Bahn für Bahn abgelegt, bis das Bauteil Schicht für Schicht entstanden ist. Bei einzelnen Teilen und kleinen Stückzahlen ist das meist der günstigste Weg, und damit die erste Wahl, wenn ein Teil funktionieren und nicht glänzen muss.

Was Sie wissen sollten

Der Schichtaufbau ist je nach gewählter Auflösung sichtbar, und quer zur Aufbaurichtung ist ein FDM-Teil weniger belastbar als längs. Überhänge über ca. 45 Grad brauchen Stützstrukturen, deren Ansatzpunkte nach dem Entfernen sichtbar bleiben.

Typische Anwendungsbereiche

  • Funktionsprototypen und Konzeptmodelle
  • Vorrichtungen und Betriebsmittel für die Produktion
  • Ersatzteile für Maschinen und Anlagen
  • Gehäuse, Abdeckungen und Halterungen
Grossformatiges FDM-Bauteil neben einem kleinen Teil als Groessenvergleich

FDM Großformatdruck (XXL)

Großformat ist kein eigenes Verfahren, sondern FDM auf Anlagen mit sehr großem Bauraum. Der Vorteil liegt darin, dass ein großes Bauteil in einem Stück entsteht: keine Klebefugen, keine Ungenauigkeiten an den Übergängen, keine Schwachstelle in der Mitte.

Was Sie wissen sollten

Die Bauzeiten sind lang, und je größer das Teil, desto stärker wirken sich Verzug und Schwindung aus. Ab einer gewissen Größe ist eine mehrteilige Konstruktion die bessere Lösung, auch wenn ein Stück möglich wäre.

Typische Anwendungsbereiche

  • Messebau, Ausstellungsstücke und Requisiten
  • Große Vorrichtungen und Lehren
  • Gehäuse und Verkleidungen am Stück
  • Modelle und Sockel für Architektur und Kunst
SLA-Teil mit glatter, glaenzender Oberflaeche ohne sichtbare Schichten

Stereolithografie (SLA)

Ein Laser härtet flüssiges Kunstharz punktgenau aus, Schicht für Schicht. Weil kein Faden abgelegt, sondern Harz belichtet wird, entstehen sehr glatte Flächen und feine Details. Feiner bauen nur PolyJet und der Keramikdruck.

Was Sie wissen sollten

Resin-Teile sind spröder als thermoplastische und altern unter UV-Licht. Für dauerhaft belastete Funktionsteile im Freien ist das Verfahren die falsche Wahl.

Typische Anwendungsbereiche

  • Hochpräzise Design- und Anschauungsmodelle
  • Gießharzmodelle für den Feinguss
  • Transparente Bauteile und Linsen-Mockups
  • Schmuckmodelle und filigrane Kleinteile
SLS-Bauteil mit koerniger, matter Pulveroberflaeche

Selektives Lasersintern (SLS)

Ein Laser versintert Kunststoffpulver im Pulverbett. Das umliegende Pulver trägt das Bauteil während des Drucks, deshalb sind Stützstrukturen überflüssig und Geometrien möglich, die sich anders nicht fertigen lassen: Hinterschneidungen, Hohlräume, bewegliche Baugruppen aus einem Stück.

Was Sie wissen sollten

Die Oberfläche bleibt körnig-matt, und die Farbauswahl ist begrenzt, weil die Teile eingefärbt werden statt aus durchgefärbtem Material zu entstehen.

Typische Anwendungsbereiche

  • Funktionale Serienteile mit Hinterschneidungen
  • Bewegliche Baugruppen aus einem Druck
  • Bauteile unter realer mechanischer Last
  • Leichte Bauteile mit Gitterstrukturen
MJF-Teil in dunklem Grau mit sehr feiner, gleichmaessiger Oberflaeche

Multi Jet Fusion (MJF)

Statt eines Lasers trägt ein Druckkopf ein Schmelzmittel auf, und eine Infrarotquelle verschmilzt die markierten Bereiche flächig. Weil eine ganze Schicht auf einmal verschmilzt statt Punkt für Punkt, sind die Bauzeiten kürzer und die Eigenschaften richtungsunabhängiger als bei SLS.

Was Sie wissen sollten

Die Werkstoffauswahl ist schmaler als bei SLS, und die Teile kommen praktisch immer in Grau bis Schwarz aus der Maschine.

Typische Anwendungsbereiche

  • Funktionale Serienteile in höherer Stückzahl
  • Bauteile mit feinen Details und engen Toleranzen
  • Elektronikgehäuse und Steckverbinder
  • Nachbestellungen mit gleichbleibender Qualität
SLM-Metallteil mit rauer, gesinterter Oberflaeche

Selektives Laserschmelzen (SLM)

Metallpulver wird vom Laser vollständig aufgeschmolzen, nicht nur gesintert. Das Ergebnis ist ein dichtes Metallbauteil mit den Eigenschaften des Grundwerkstoffs, in Geometrien, die sich weder gießen noch fräsen lassen: innenliegende Kühlkanäle, Gitterstrukturen, topologieoptimierte Streben.

Was Sie wissen sollten

Bezogen auf das Bauvolumen eines der teuersten Verfahren. Die Bauteile kommen mit rauer Oberfläche und angebauten Stützen aus der Anlage, werden spannungsarm geglüht, von der Bauplatte getrennt und an Funktionsflächen spanend nachgearbeitet.

Typische Anwendungsbereiche

  • Hochbelastbare Halterungen und Strömungsteile
  • Ersatzteile für Metallkomponenten ohne Lieferant
  • Leichtbaustrukturen mit innenliegenden Gittern
  • Werkzeugeinsätze mit konturnaher Kühlung
Mattschwarzes Bauteil mit sichtbaren, eingelegten Endlos-Carbonfasern

Endlosfaserdruck (CFF)

Über unseren Fertigungspartner · nicht im Kalkulator rechenbar

Neben dem Kunststoff legt ein zweiter Druckkopf durchgehende Fasern in die Schichten, Bahn für Bahn dort, wo Last anliegt. Anders als bei kurz geschnittenen Fasern im Filament trägt das Bauteil damit wie ein Laminat und ersetzt gefräste Aluminiumteile.

Was Sie wissen sollten

Die Festigkeit gilt in Faserrichtung. Quer dazu bleibt es ein Kunststoffteil, weshalb die Faserführung schon beim Konstruieren feststehen muss. Der Grundwerkstoff nimmt außerdem Feuchtigkeit auf, was das Maß um bis zu 1,5 Prozent verändern kann. Getrocknet drucken und trocken lagern gehört deshalb zum Verfahren.

Typische Anwendungsbereiche

  • Vorrichtungen und Greifer, die Aluminium ersetzen
  • Drohnenrahmen und Leichtbaustrukturen
  • Belastete Halterungen in Kleinserie
Mehrmaterial-Teil mit glaenzend starren und transparent flexiblen Zonen

Vollfarb- und Mehrmaterialdruck (PolyJet)

Über unseren Fertigungspartner · nicht im Kalkulator rechenbar

Ein Druckkopf trägt Photopolymer tröpfchenweise auf und härtet es sofort mit UV-Licht aus, ähnlich einem Tintenstrahldrucker. Weil dabei mehrere Materialien gleichzeitig laufen, entstehen Farbverläufe, Beschriftungen und weich-hart-Kombinationen in einem Stück, ohne Lackieren und ohne Montage.

Was Sie wissen sollten

Photopolymere kriechen unter Dauerlast und vergilben unter UV-Licht. Das Verfahren liefert das schönste Anschauungsmodell, aber kein Bauteil, das über Jahre tragen soll.

Typische Anwendungsbereiche

  • Vollfarbige Anschauungs- und Messemodelle
  • Weich-hart-Kombinationen wie Griffe mit Dichtung
  • Silikonähnliche Teile in kleiner Stückzahl
Weisses Keramikbauteil mit dichter, matter Oberflaeche und duennen Waenden

Keramik- und Glasdruck (LCM)

Über unseren Fertigungspartner · nicht im Kalkulator rechenbar

Ein mit Keramik- oder Glaspulver gefülltes Harz wird belichtet wie bei der Stereolithografie. Das gedruckte Teil ist danach aber nur ein Rohling: Erst Entbindern und Sintern machen daraus echte Keramik oder Quarzglas, mit allem, was diese Werkstoffe können.

Was Sie wissen sollten

Beim Sintern schrumpft das Teil um rund 20 bis 26 Prozent, bei Glas um etwa 16 Prozent. Alle Bauraumangaben gelten deshalb für den Rohling, nicht für das fertige Teil. Wandstärken und Geometrie entscheiden über Verzug und Ausschuss, weshalb die Konstruktion vorher besprochen gehört.

Typische Anwendungsbereiche

  • Hochtemperaturteile bis 1650 °C
  • Elektrisch isolierende Bauteile in der Leistungselektronik
  • Optik und Laborteile aus Quarzglas
Binder-Jetting-Metallteil mit gleichmaessig koerniger Sinteroberflaeche

Binder Jetting

Über unseren Fertigungspartner · nicht im Kalkulator rechenbar

Ein Druckkopf trägt Bindemittel in ein Pulverbett ein und verklebt das Pulver Schicht für Schicht. Weil das umliegende Pulver das Teil trägt, braucht es keine Stützstrukturen. Der Bauraum lässt sich damit dicht füllen, was das Verfahren ab mittleren Stückzahlen deutlich günstiger macht als Laserschmelzen.

Was Sie wissen sollten

Das gedruckte Teil ist zunächst nur gebunden und muss entbindert und gesintert werden. Dabei schrumpft es, und die erreichte Dichte liegt mit rund 97 bis 98 Prozent unter der des Laserschmelzens. Für höchstbelastete Einzelteile bleibt SLM die bessere Wahl.

Typische Anwendungsbereiche

  • Metallteile in Klein- und Mittelserie
  • Sandformen und Kerne für den Metallguss
  • Geometrien, die als Guss ein Werkzeug bräuchten

Immer noch unsicher?

Wir bestimmen gerne gemeinsam mit Ihnen, was technisch und wirtschaftlich am besten passt. Beschreiben Sie uns einfach Ihr Bauteil, wir sagen es Ihnen, bevor Sie es beauftragen.

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